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Die EU hat schon vor Jahren eine Richtlinie für cookies erlassen.

Bisher hat die in Deutschland keinen gestört, andere Länder waren restiktiver.

Wieder andere halten das sowieso für Blödsinn und machen gar nichts.

Die Tendenz geht derzeit eher dazu, davon Abstand zu nehmen.

Nur Google ist jetzt auf den Trichter gekommen, Seiten in seinem Index abzustrafen, wenn kein Hinweis auf die Verwendung von cookies erfolgt.

Und genau deshalb müssen Sie sich jetzt damit herumschlagen und ich Sie nerven.

Dafür bitte ich Sie um Entschuldigung. 

So fährt man einen Oldtimer-Traktor

Die richtige Bedienung in Kurzform zylinder-scheinwerfer-warchalowski

Einführung

Die alten Landmaschinen, um die es hier geht, heißen im Behördendeutsch "landwirtschaftliche Zugmaschinen". Neben dem Begriff "Traktor", im Norden oft "Trecker", wird im Süden Deutschlands häufig "Schlepper" oder "Bulldog" (abgeleitet vom Lanz) verwendet. Bei ihnen kommen fast ausschließlich Dieselmotoren zum Einsatz.

Bei manchen Bauformen muss der kalte Motor vorgeglüht werden, bei anderen nicht. Bis ca. 1950 hatten viele Traktoren keinen elektrischen Anlasser und mussten angekurbelt werden. Aus heutiger Sicht ein toller Spaß, aber oft war es sehr anstrengend und birgt leider eine sehr hohe Verletzungsgefahr. Daher fahren Sie bei mir nur Traktoren mit elektrischem Anlasser.

Meine alten Traktoren haben hinten keine Federung. Der Fahrer hat einen leidlich gefederten Sitz, die Beifahrer sitzen auf 6 cm starken Schaumstoffpolstern. Traktorfahren ist nichts für Leute, die "Rücken" haben.

Wenn Sie kleiner als 1,65 m sind, können Sie Kupplung und Bremse nicht gleichzeitig voll durchtreten und somit den Traktor nicht schnell und sicher zum Stehen bringen.

 

Generell

Traktorfahren ist nicht mit dem Führen Ihres modernen PKW zu vergleichen. Nicht mal ansatzweise. Sie müssen die Bedienung des Fahrzeuges vollständig neu erlernen. Hilfreich ist es, wenn Sie sich auf Ihren ersten unsynchronisierten Käfer zurückbesinnen können. Das wäre schon mal ein guter Anfang. Die alten Dieselmotoren wollen sorgfältig bedient werden und dazu braucht es technisches Verständnis und Einfühlungsvermögen. Sie müssen das Zusammenspiel zwischen Motor, Kupplung und Getriebe verstanden haben, um den Traktor sicher und gewandt bewegen zu können.

 

Luftgekühlte Motoren

Bis auf den Mc Cormick sind meine Traktoren alle luftgekühlt. Dies erfordert eine gewisse Drehzahl, damit ausreichend Kühlluft zugeführt wird. Auch für den nötigen Öldruck muss durch ausreichend Drehzahl gesorgt werden.

Fahren Sie daher immer im mittleren Drehzahlbereich. Schalten Sie bitte rechtzeitig hoch und runter. Wenn er raucht, geben Sie zuviel Gas bei zu niedriger Drehzahl und müssen herunterschalten. Die Getriebe sind bei den 20 km/h-Traktoren alle so ausgelegt, dass Sie im größten Gang nicht langsamer als 10 km/h werden dürfen, da der Motor sonst ins Stottern kommt und Schaden nimmt.

Eine Mindestgeschwindigkeit von 13 km/h im größten Gang hat sich bei meinen Traktoren als praktikabler Richtwert herauskristallisiert.

 

Im Stand

Beim Aufsteigen ziehen Sie sich bitte nicht am Lenkrad hoch. Weder das Lenkrad noch die Welle sind auf den seitlichen Zug ausgerichtet. Sie sehen das an den vielen krummen Traktorlenkrädern (auch bei meinen Traktoren).

Am bequemsten steigen Sie von hinten über die Kiste auf und schwingen ein Bein, wie beim Aufsteigen auf ein Herrenfahrrad, über den Sitz. Beim Mc Cormick geht das nicht, da ist das Aufsteigen etwas mühsamer.

Lenken Sie bitte nur, wenn der Traktor rollt. Beim Lenken im Stillstand sind die Kräfte auf die Kugelgelenke der Lenkung zu hoch und sie verschleißen schnell.

 

Auf Strecke

Die angenehmste Reisegeschwindigkeit bei den 20 km/h-Traktoren liegt bei 13 - 17 km/h. 13 km/h ist gleichzeitig die Mindestgeschwindigkeit für ausreichende Kühlung. Außerdem kommen Sie so mit Ihrer Stecke und den einkalkulierten Pausen am besten hin.

Haben Sie Ihre Reisegeschwindigkeit erreicht und ist die Strecke ist gut einsehbar, können Sie das Handgas zur Entlastung Ihres rechtes Fußes verwenden. Doch Vorsicht! Anders als bei modernen Tempomaten ist es mechanisch und geht beim Kuppeln oder Bremsen nicht selbsttätig zurück! Vor dem Schalten und in Ortschaften IMMER das Handgas zurückstellen! Wenn Sie kein geübter Traktorfahrer sind, verzichten Sie bitte auf den Einsatz des Handgases.

 

Bergab fahren

Bergab muss stets der höchste Gang eingelegt sein, damit der Motor mitbremst. Schalten Sie nicht in den Leerlauf oder treten Sie nicht die Kupplung, damit Sie schneller sind. Durch das grobe Stollenprofil der Reifen und die fehlende Federung kann sich der Traktor aufschaukeln und unbeherrschbar werden. Versuchen Sie nicht, herunterzuschalten. Sie haben keine Chance, einen niedrigeren Gang einzulegen, da der Traktor bergab sofort an Geschwindigkeit zunimmt und Sie das Getriebe nicht mehr synchronisiert bekommen. Sooft Sie auch nachzählen, als durchschnittlicher Mitteleuropäer haben Sie einfach keine 3 Füße zur gleichzeitigen Betätigung von Gas, Bremse und Kupplung.

Der größte Gang ist bergab genau richtig bei Ihrer Tour. Bremsen Sie ihn schon ab 15 km/h herunter bis auf 10 km/h. Dann lassen Sie ihn wieder Fahrt aufnehmen und bremsen ihn erneut kräftig herunter (Intervallbremsen).

Das Überdrehen des Motors führt zu kapitalen Schäden und es passiert sehr schnell. Die Traktoren erreichen ihre Maximaldrehzahl bei 19 bzw. 20 km/h. Fahren Sie nur läppische 2 km/h schneller, also 21 - 22 km/h, haben Sie die Maximaldrehzahl jedoch schon um satte 10 % überschritten! Der GPS-Empfänger verrät mir am Ende Ihrer Tour Ihre Maximalgeschwindigkeit. Bedenken Sie bitte: Die Maximaldrehzahl bei den alten Dieselmotoren liegt grade mal beim doppelten Standgas Ihres PKW.

 

Und sonst

Die anderen Hebel für Mähwerk, Kraftheber oder Differentialsperre benötigen Sie nicht. Teilweise sind sie fixiert. Bitte spielen Sie nicht daran herum, Sie können mit unsachgemässer Bedienung Verletzungen an Mensch und Material verursachen.

Lassen Sie bitte die Motorhaube zu. Es gibt darunter nichts Aufregendes zu entdecken. Ventile, Ventiltrieb und Kolben sind in ihrer festen unspektakulären Umhausung und Sie können sie auch bei offener Haube nicht bei der Arbeit sehen.

 

Schalten und walten

Leider nicht wenige Fahrer haben sich im Lauf der Jahre ihrer Fahrpraxis erstaunliche Unsitten beim Schalten angeeignet.
Ein paar Beispiele:

  • Kupplung nicht vollständig treten
  • Fuß auf dem Kupplungspedal oder knapp darüber ruhen lassen
  • Hand auf dem Schalthebel ablegen
  • Gänge diagonal schalten anstatt den rechtwinkligen Gassen zu folgen
  • Fuß beim Schalten auf dem Gas stehen lassen, während die Kupplung gedrückt ist

Damit werden Sie beim Traktorfahren Schiffbruch erleiden. Schlimmstenfalls lasse ich Sie wieder absteigen, bevor Sie mir ein Getriebe ruinieren.

 

Die Getriebe alter Traktoren sind bis Mitte / Ende der 60er-Jahre generell unsynchronisiert. Es gibt Getriebe, die verlangen exaktes Schalten mit doppeltem Kuppeln und Zwischengas. Andere wiederum sind so ausgelegt, dass man sie langsam und gefühlvoll beinahe wie gewohnt hochschalten kann. Da das richtige Schalten von unsynchronisierten Getrieben heutzutage kaum noch jemand beherrscht, habe ich über die Jahre meine Flotte so zusammengestellt, dass Doppelkuppeln beim Hochschalten nicht notwendig ist. Sie müssen aber beim Runterschalten anhalten (völliger Stillstand!) und im niedrigen Gang erneut anfahren. Da Sie sowieso schon sehr langsam sind, stört das nicht weiter.

Sie wollen trotzdem wissen, wie es richtig geht? Bitteschön! Aber nicht zum Üben mit meinen Traktoren!

Hochschalten: Gas weg, Kupplung treten, Gang raus, Kupplung loslassen, Kupplung treten, höheren Gang rein, Kupplung loslassen, Gas geben.

Runterschalten: Gas weg, Kupplung treten, Gang raus, Kupplung loslassen, ordentlichen Gasstoß geben, Kupplung treten, niedrigeren Gang rein, Kupplung loslassen, Gas geben.

Hier finden Sie das passende Video dazu. Ein Besenstiel und ein Küchenstuhl sollen schon vielen Fahrschülern beim Trockentraining geholfen haben. 

Lassen Sie die Zahnräder nicht knirschen! Bekommen Sie einen Gang nicht sofort rein, halten Sie an und fahren erneut an. Kein Grund zur Verzweiflung, es war früher halt so.

 

Auf den jeweiligen Traktorseiten finden Sie nähere Hinweise, die auf die Besonderheiten des Modells eingehen.

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