• Increase font size
  • Default font size
  • Decrease font size
Startseite Traktor fahren

So fährt man einen Oldtimer-Traktor

Warchalowski DS 22 im WT 25 B

Einführung

Die alten Landmaschinen, um die es hier geht, heißen im Behördendeutsch "landwirtschaftliche Zugmaschinen". Neben dem Begriff "Traktor", im Norden oft "Trecker", wird im Süden Deutschlands häufig "Schlepper" oder "Bulldog" (abgeleitet vom Lanz) verwendet. Bei ihnen kommen fast ausschließlich Dieselmotoren zum Einsatz.

Bei manchen Bauformen muß der kalte Motor vorgeglüht werden, bei anderen nicht. Bis ca. 1950 hatten viele Traktoren keinen elektrischen Anlasser und mußten angekurbelt werden. Aus heutiger Sicht ein toller Spaß, aber oft war es sehr anstrengend und birgt leider eine sehr hohe Verletzungsgefahr. Daher fahren Sie bei mir nur Traktoren mit elektrischem Anlasser.

Meine alten Traktoren haben keine Federung. Der Fahrer hat einen leidlich gefederten Sitz, die Beifahrer sitzen auf 6 cm starken Schaumstoffpolstern. Traktorfahren ist nichts für Leute, die "Rücken" haben.

Wenn Sie kleiner als 1,65 m sind, können Sie Kupplung und Bremse nicht gleichzeitig voll durchtreten und somit den Traktor nicht schnell und sicher zum Stehen bringen.

 

Luftgekühlte Motoren

Meine Traktoren sind alle luftgekühlt. Dies erfordert eine gewisse Drehzahl, damit ausreichend Kühlluft zugeführt wird. Auch für den nötigen Öldruck muß durch ausreichend Drehzahl gesorgt werden.

Fahren Sie daher immer im mittleren Drehzahlbereich. Schalten Sie bitte rechtzeitig hoch und runter. Wenn er raucht, geben Sie zuviel Gas bei zu niedriger Drehzahl und müssen herunterschalten.

Eine Mindestgeschwindigkeit von 13 km/h im größten Gang hat sich bei meinen Traktoren als praktikabler Richtwert herauskristallisiert.

 

Im Stand 

Beim Aufsteigen ziehen Sie sich bitte nicht am Lenkrad hoch. Weder das Lenkrad noch die Welle sind auf den seitlichen Zug ausgerichtet. Sie sehen das an den vielen krummen Traktorlenkrädern (auch bei meinen Traktoren). 

Am bequemsten steigen Sie von hinten über die Kiste auf und schwingen ein Bein, wie beim Aufsteigen auf ein Herrenfahrrad, über den Sitz.

Lenken Sie bitte nur, wenn der Traktor rollt. Beim Lenken im Stillstand sind die Kräfte auf die Kugelgelenke der Lenkung zu hoch und sie verschleißen schnell.

 

Auf Strecke

Die angenehmste Reisegeschwindigkeit bei den 20 km/h-Traktoren liegt bei 13 - 17 km/h. 13 km/h ist gleichzeitig die Mindestgeschwindigkeit für ausreichende Kühlung. Außerdem sind Sie sonst zu langsam für eine rechtzeitige Rückkehr.

Haben Sie Ihre Reisegeschwindigkeit erreicht und die Strecke ist gut einsehbar, können Sie das Handgas zur Entlastung Ihres rechtes Fußes verwenden. Doch Vorsicht! Anders als bei modernen Tempomaten ist es mechanisch und geht beim Kuppeln oder Bremsen nicht selbsttätig zurück! Vor dem Schalten und in Ortschaften IMMER das Handgas zurückstellen! Wenn Sie kein geübter Traktorfahrer sind, verzichten Sie bitte auf den Einsatz des Handgases.

 

Bergab fahren

Bergab muß stets ein Gang eingelegt sein, damit der Motor mitbremst. Schalten Sie nicht in den Leerlauf oder treten Sie nicht die Kupplung, damit Sie schneller sind. Durch das grobe Stollenprofil der Reifen und die fehlende Federung kann sich der Traktor aufschaukeln und unbeherrschbar werden. Versuchen Sie nicht, herunterzuschalten. Sie haben keine Chance, einen niedrigeren Gang einzulegen, da der Traktor bergab sofort an Geschwindigkeit zunimmt und Sie das Getriebe nicht mehr synchronisiert bekommen.

Der größte Gang ist bergab genau richtig bei Ihrer Tour. Bremsen Sie noch vor Erreichen der Höchstgeschwindigkeit den Traktor kräftig und entschlossen herunter auf unter 10 km/h. Dann lassen Sie ihn wieder kommen und bremsen ihn erneut herunter (Intervallbremsen). Das Überdrehen des Motors führt zu kapitalen Schäden. Der GPS-Empfänger verrät mir am Ende Ihrer Tour Ihre Maximalgeschwindigkeit.

 

Und sonst

Die anderen Hebel für Mähwerk, Kraftheber oder Differentialsperre benötigen Sie nicht. Teilweise sind sie fixiert. Bitte spielen Sie nicht daran herum, Sie können mit unsachgemässer Bedienung Verletzungen an Mensch und Material verursachen.

Lassen Sie bitte die Motorhaube zu. Es gibt darunter nichts Aufregendes zu entdecken.

 

Schalten und walten

Die Getriebe alter Traktoren sind generell unsynchronisiert. Es gibt Getriebe, die verlangen exaktes Schalten mit doppeltem Kuppeln und Zwischengas. Andere wiederum sind so ausgelegt, daß man sie langsam und behutsam wie gewohnt schalten kann. Da das richtige Schalten von unsynchronisierten Getrieben heutzutage kaum noch jemand beherrscht, habe ich über die Jahre meine Flotte so zusammengestellt, daß dies bei den meisten Modellen nicht zwingend notwendig ist. Sie müssen dann halt kurz anhalten und im niedrigen Gang erneut anfahren. Da Sie sowieso schon sehr langsam sind, stört das nicht weiter.

Sie wollen trotzdem wissen, wie es richtig geht?

Hochschalten: Gas weg, Kupplung treten, Gang raus, Kupplung loslassen, Kupplung treten, höheren Gang rein, Kupplung loslassen, Gas geben.

Runterschalten: Gas weg, Kupplung treten, Gang raus, Kupplung loslassen, kurz Vollgas geben, Kupplung treten, niedrigeren Gang rein, Kupplung loslassen, Gas geben.

Lassen Sie die Zahnräder nicht knirschen! Bekommen Sie einen Gang nicht sofort rein, halten Sie an und fahren erneut an. Kein Grund zur Verzweiflung, es war früher halt so.

 

Auf den jeweiligen Traktorseiten finden Sie nähere Hinweise, die auf die Besonderheiten des Modells eingehen.

 

Neu 2012:

Fast wie ein Traktor:Ape CalessinoDie Ape Calessino


 

Oldtimer-Traktor-Vermietung StrobeI
Inh. Michael Strobel
Rindegger Weg 4
87484 Nesselwang/Allgäu

Telefon von 9-12 und 13-18 Uhr:
Festnetz: 08361 1324
Mobil: 0176 5163 1818
Werbeanrufe unerwünscht!


Keine Werkstatt, kein Teile- oder
Fahrzeughandel, keine technische
Beratung!

E-Mail: kontakt@traktorausflug.de

Geschenkgutscheine

 Gutschein bestellen

Traktorbücher

Traktorbücher

Nesselwang

Logo von Nesselwang
Design by i-cons.ch / etosha-namibia.ch